
Die Sibirische Katze - ihre Entstehunggeschichte
und Rassebeschreibung
Die Sibirische Katze, auch Sibirer oder Sibirskaja Koschka genannt,
ist eine halblanghaarige Katzenrasse, die ohne menschlichen Einfluss
entstanden ist.
Sie wird daher den „natürlichen Rassen“
zugerechnet.
Sie zählt zu der Gattung der Waldkatzen, wobei sie weitaus seltener
sind
als ihre norwegischen Vetreter, der "Norsk Skankatt" der
Norwegischen Waldkatze,
die ja schon viel früher ihrer Liebhaber
fanden und gezüchtet wurden.
Die genaue Genese der sibirischen Katze in ihrer Heimat ist strittig.
Dr. Alex Kolesnikov vertritt die These, zum Genpool der sibirischen
Katze habe auch die Kaukasische Wildkatze (Felis silvestris caucasica)
beigetragen, die sich in Körperbau und Fell deutlich von der
afrikanischen Wildkatze (Falbkatze) als Stammmutter der europäischen
Hauskatzen unterscheidet.
Urkundlich wurde diese vorwiegend aus St. Petersburg und aus den Weiten
Russlands stammende Katzenrasse bereits vor über 1000 Jahren
erwähnt. Ihre Erscheinung verdankt sie dem extremen Klima in
Ihrer Heimat - den sibirischen Teilen Russlands und der Ukraine.
In ihrem Ursprungsland Sibirien waren diese Halblanghaar Katzen nur
ganz normale Bauernhofkatzen. Sie war als Mäuse- und Rattenfänger
gern gesehen.
Die Sibirischen Einwohner waren sehr froh über diese Dezimierung,
somit waren die kargen Vorräte geschützt. Als in St. Petersburg
eine Rattenplage ausbrach, wurden viele Katzen
vom Land in die Stadt
gebracht, auch dort vermehrten sie sich zahlreich und lebten halb
verwildert in den Strassen St. Petersburgs.
Damals hatten die Bürger noch wenig Interresse an den verwahrlosten
Streunern, die reichen Bürger bevorzugten schon immer Perser
und Siamkatzen.
Erst nach den Weltkriegen, als die Wirtschaft zu florieren begann,
hatte man sie dann nicht mehr nur als Nutztier sondern als Mitbewohner
gesehen. Auch heute streifen ganz sicher noch viele Sibirische Katzen
in abgelegen Dörfern, ohne zu wissen, dass sie jetzt eine begehrte
Katzenrasse sind.
In der Sowjetunion begann die planmäßige Zucht Ende der
70er Jahre.
1987 kam ein erstes Paar Katzen durch Aussiedler nach
Deutschland und gelangte dort zur Zucht.
Deutsche Arbeiter, die an Erdgasleitungen in Sibirien arbeiteten,
brachten sie mit nach Hause.
Die ersten Exemplare waren meist zu wild,
und keine Schmusekatzen, schliesslich waren sie wilde Sztreuner und
hatten mit einer Wohnungskatze nichts gemeinsam. Durch gute Verpaarung
in Menschenhand wurde aber der Nachwuchs zu sehr zutraulichen Haustieren.
Schliesslich gab es in der DDR kaum Rassekatzen, Importe aus dem Westen
waren ja selten.So wurde schon früh ein Standard für die
Zucht von einem dortigen Kleintierzüchterverband festgelegt.
Durch die Öffnung der Grenzen und die Erleichterungen beim Osthandel,
kamen in den darauf folgenden Jahren immer mehr Sibirische Katzen
aus vielen Teilen der Ex-UdSSR, und der ehemaligen DDR und der Tschechoslowakei
nach Westdeutschland, wo ca. 1989 mit der Zucht begonnen wurde.
Sogar
in Russland und den angrenzenden Staaten erstreckt sich die Züchtergemeinde
mittlerweile von Nord nach Süd.
Obwohl in England schon Ende des 19. Jahrhunderts eine Katze aus Sibirien
auftauchte, die damals als "Russisch Langhaar" bezeichnet
wurde, dauerte es noch bis 1992 bis die Sibirische Katze vom World
Cat Federation (WCF) offiziell als Rasse anerkannt wurde. Die Fédération
Féline (FIFe) schloss sich erst 1998 dieser Meinung an.
Die besonders schönen Exemplare, die für die Zucht geeignet
waren,wurden schon in Sibirien gezielt verpaart, schon Mitte des 20.
Jahrhunderts, als die Bodenschätze Sibiriens entdeckt wurden,
und in den wenig besiedelten Gebieten kleine Arbeitsdörfer entsstanden,
begannen schon einige, wenige mit der Zucht der vorhandenen Katzen.
Die Winter waren hart, kalt, eisig und die Tage waren kurz, so dass
man froh über die kuschelige Gesellschaft war. Viele Ingenieure
und Facharbeiter nahmen die Tiere später nach Hause, dadurch
entsstand mit den exportierten Tieren schnell ein grosses Zuchtpool
ohne jegliche Einkreuzungen anderer Rassen zu benötigen.
Durch ihre natürliche Entstehung ist die Sibirische Katze, die
durch die extreme Selektion in den kältesten Gebieten der Erde
entstand, sehr robust und gesund!
Schliesslich ist sie auch mit ihrem langen, wasserabweisenden Fell
an die bitterkalten Winter angepasst. Das Fell aller Waldkatzen wird
im Winter besonders dicht. Sie bekommen eine
stattliche Halskrause
und ein sehr üppiges Unterfell. Auch an den Hinterbeinen sind
die Haare besonders lang - man nennt sie "Hosen".
Der buschige Schwanz, mit dem sie sich zudecken können, wenn
sie sich einrollen, diente als Schutz vor bitterkalten Winterstürmen.
Schliesslich mussten sie Temperaturen von bis zu unter -50 Grad aushalten
können. Zwischen den Pfoten befinden sich, wie bei anderen arktischen
Tieren auch, Haarbüschel, die sogenannten "Schneeschuhe",die
ein Einsinken im Schnee verhindern sollen.
Die Ohren sind von innen auch sehr dicht
behaart.
Im Sommer verliert sie dann vor allem
das dichte Unterfell, und präsentiert sich dann nicht mehr
so
voluminös in ihrer Haarpracht. Reine Wohnungskatzen bilden auch
nicht immer das komplette Winterfell aus, darum fällt bei ihnen
der Fellwechsel nicht ganz so stark auf.
Die 3 Waldkatzenarten im Vergleich:
Die Sibirsche Katze gehört also zu den Waldkatzen, die Ähnlichkeit zur
Norwegischen Waldkatze ist vorhanden, und man muss schon ganz genau
hinschauen um die Unterschiede zu erkennen.
Die Norwegischen
Walkatzen stammen aus Skandinavien.
Die Norweger haben ein sehr gerades Nasenprofil, bei den Sibirern
ist der Nasenrücken breit, leicht konkav gewölbt! Es dürfen
weder ein Stopp noch Einbuchtungen zu erkennen sein. Ihr Gesicht ist
viel runder und dadurch auch freundlicher als das markante Gesicht
der Norweger.
Die Sibirer haben ausserdem einen kürzeren Schwanz und auch kürzere
Hinterbeine.
Das schöne halblange Fell, die üppige Halskrause haben alle
Waldkatzen.
Früher wurde sie auch teilweise als „Sibirische Waldkatze“
bezeichnet. 1991 wurde der Zusatz Wald jedoch anlässlich der
Formulierung des Standards zur besseren Unterscheidung von der Norwegischen
Waldkatze aus dem Namen gestrichen.
Alle Waldkatzen sind sehr ursprüngliche
Katzen, die sich über Jahrhunderte selektiv in verschiedenen
Regionen entwickelten, so zum Beispiel entstand im hohen Norden Amerika`s
die Maine Coon. Sie hat zwar auch dieses typische Fell der Waldkatze,
jedoch weniger
Ähnlichkeit mit ihren Verwandten.
Ihre Schnauze ist viel kantiger, und sie ist auch wesentlich grösser
und markanter im Körperbau.
Charakter:
Vergleicht man die Temperamente der verschiedenen
Waldkatzen, scheint die Sibirische Katze unternehmungsfreudiger und
neugirieger als der Norweger.
Die ruhigste Vertreterin ist die Maine Coon, die es lieber gemütlich
mag.
Die Sibirische Katze ist sehr lebhaft, verspielt und mutig und nimmt
gerne am Leben ihres Menschen teil ist aber keineswegs aufdringlich
dabei.
Dieser Naturschönheit der Katzenwelt würde ein Freilauf
in einen gesicherten Garten sehr gefallen., wenn sie es jedoch nicht
anders kennt, ist sie eine angenehme Wohnungskatze mit einem freundlichen
Wesen. Sie ist sehr anhänglich und menschenbezogen. Sie ist sehr
anpassungsfähig
und kommt mit allen Mitbewohnern gut aus. Sie
findet in Kindern und sogar Hunden schnell einen Spielkameraden.
Als temperamentvolle Jägerin möchte sie beschäftigt
werden. Sie ist sehr muskulös und Sprunggewaltig. Mit ihrer ungeheuren
Sprungkraft springt sie locker mit einem Satz durch ein ganzes Zimmer
und entwendet einem schonmal "im Vorbeiflug" den Brotbelag.
Wenn Sibirer ihre
"5 Minuten" bekommen, ist selbst die Schulter
des Besitzers in einem gewaltigen Satz erklommen. Sie springt schon
mal 1,50 m aus dem Stand und wenn mehrere Sibirer kräftig herumtollen,
kann man auch mal in 1 m Höhe "fliegende Katzen" erleben.
Wie die meisten Rassekatzen sind sie äusserst soziale Tiere,
die gerne mit ihren Artgenossen zusammenleben, deshalb sollte sie
niemals als Einzelkatze gehalten werden, weil diese intelligente Schönheit
die Gesellschaft braucht. Dabei ist es völlig egal ob es ein
Hund, eine Katze oder
ein anderes Haustier zum Schmusen, Jagen und
Spielen ist. Sibirer sind sehr gelehrig, sie apportieren Seillchen,
Bällchen und anderes Spielzeug und fodern ihre Menschen häufig
erzählend zum Spielen auf.
Sibirische Katze für Allergiker?
Durch das ständige Putzen verteilen Katzen den Speichel auf
ihr gesammtes Fell, daher spricht
man von einer Tierhaarallergie.
Dadurch das Sibirer noch naturrein und nahezu unverzüchtet sind,
haben sie das allergieauslösende Eiweiss(Protein) nur in sehr
geringem Masse in ihrem Speichel, was durch mehrere unabhängige
Studien schon nachgewiesen wurde. Dieser Eiweiss Wert (Fe ld 1) ist
in seiner Konzentration bei den verschiedenen Rassen sehr unterschiedlich,
auch varriert er bei den Geschlechtern, so ist er bei potenten Katern
erhöhter als bei Kastraten und Kätzinnen.
Farben der Sibirischen Katze:
Die Sibirische Katze gibt es in fast allen klassischen Farben: einfarbig
in schwarz, rot, weiss, blau, creme, und mit silber(ausser chocolate,
lilac, cinnamon und fawn). Es gibt sie gescheckt, in schildpatt, getigert(tabby)
und auch mit weissen Abzeichen.
Die Augenfarbe variert in verschiedenen grün und bernstein-Farben.
Eine Rarität ist, neben den klassischen Farben auch Pointabzeichen
und blaue Augen als Neva Masquarade anerkannt. Der Name für diese
Farbvariante kommt von der Maskenzeichnung in ihrem Gesicht, es ist
quasi eine Sibirische Colourpoint Katze. Den 2.Teil des Namens verdankt
sie ihrer ersten Erscheinung am russischen Fluss Newa bei St.Petersburg,
daher der Name Neva Masquarade oder Newskaja Maskaradnaja. Es gibt
die Neva in allen möglichen Pointfarben, mit und ohne Tabbystreifen
und auch als einzige Maskenkatze mit und ohne Silber.Alle Neva Babys
kommen weiss zur Welt und dunkeln später an den weniger durchbluteten
Körperstellen nach.
Die Neva Masquarade ist bis heute nicht als eigenständige Rasse
anerkannt, sondern wird bei
den Wertungsrichtern wie eine Sibirische Katze beurteilt. Alle Rassemerkmale
sind mit der Sibirischen Katze identisch. Einzige Abweichung ist die
Point-Färbung sowie die dazu
gehörenden blauen Augen.
Man vermutet, dass der Point-Faktor bei den Tieren durch natürliche
Kreuzung mit wilden Siam- oder Birma-Katzen seinen Weg in die Sibirische
Katze gefunden hat. Einen genauen Herkunftsnachweis gibt es jedoch
nicht, da diese Rasse nicht durch gezielte Zucht, sondern höchstwahrscheinlich
auf natürlichem Weg entstanden ist.
Ohren, Schwanzspitze, Beine und Gesicht sind dunkel gefärbt und
die Augen im Idealfall tiefblau. Das halblange Fell ist sehr dicht
und wird im Winter durch eine sehr üppige Unterwolle hervorgehoben.
Die Sibirische Katze ist die einzige Waldkatzenart die Tiere mit Point-Faktor
hervorbringt.
Rassestandard der Sibirischen Katze / Neva Masquarade
Körper mittelgroß bis groß, größere Tiere
sind erwünscht. Rechteckiges Format, nicht zu lang. Kurzer kräftiger
Hals, breite Brust. Kräftige Beine gut proportioniert zum Körper,
mittelang, kräftig, Pfoten sind rund, mit gut ausgeprägten
Haarbüscheln. Schwanz nicht zu lang, breit am Ansatz, nicht sehr
spitz zulaufend. Er sollte bis zum Schulterblatt reichen.
Kopf gut proportioniert. Mittlere Keilform mit leicht abgerundeter
Kinnpartie. Stirn leicht gewölbt. Deutlicher Übergang von
der Stirn zur Nase. Nase gleich breit vom Ansatz bis zum Nasenspiegel.
Wangenknochen sehr breit, tief angesetzt. Schnurrhaarkissen mäßig
ausgeprägt. Wangenknochen, Schnurrhaarkissen und Kinn bilden
eine weiche abgerundete Linie.
Ohren mittelgroß, breit am Ansatz, tief und weit gesetzt, mehr
als eine Ohrbreite zwischen den Ohren Abstand. Starke Behaarung des
Innenohrs.
Augen leicht oval,an der Unterseite gerundet, leicht schräg gestellt.
Alle Farbnuancen von bersteinfarben bis grün, aber einfarbig
im Auge erlaubt.
(Ausnahme: Neva Masquarade, nur blaue Augen erlaubt)
Fell überall gleich lang, am Hals, vor der Brust, Hosen und am
Schwanz besonders lang, festes dickes, wasserabweisendes Deckhaar.
Unterwolle sehr dicht, fein, weich und üppig im Winter im Sommer
eher spärlich . Alle Fellfarben sind erlaubt. Die Pointkatzen
heissen Neva Masquarade.
Genetik
Zur Ausbildung der Point-Färbung müssen beide Elterntiere
zunächst Point-Träger sein. Dabei spielt es keine Rolle,
ob die Elterntiere selbst Point-Katzen sind, oder das Gen nur in sich
tragen. Das Point-Gen wird rezessiv vererbt. Das heißt, dass
die Elterntiere den Point-Faktor zwar an
ihre Nachkommen weitergeben,
die Nachkommen aber nur dann auch die Point-Färbung ausbilden,
wenn sie von beiden Eltern den Point-Faktor erhalten haben. Gibt nur
ein Elterntier
den Point-Faktor weiter, ist der Nachwuchs lediglich
Point-Träger, kann aber später mit anderen Point-Trägern
wieder Nevas hervorbringen.