|
Warum man mit züchten nicht reich wird...
Es gibt immer noch Menschen, die der Ansicht
sind, dass Züchter sich mit Startkosten Vom Jungtier bis zur Zuchtkatze So nun haben wir alles zusammen, haben nach und nach Weibchen und
einen Kater gekauft und das Haus zuchttauglich gestaltet. Auf unserem
Konto herrscht vermutlich gähnende Leere und wir freuen uns auf den
ersten Wurf. So funktioniert das aber nicht. Bis aus einem Jungtier
eine gute Zuchtkatze wird, dauert es seine Zeit. Zunächst werden Sie
mit einer entsprechend geimpften Katze Ausstellungen zur Überprüfung
der Zuchttauglichkeit und ebenso, um festzustellen welche Mängel übereinstimmend
von den Richtern beanstandet werden, vornehmen müssen. Über die für
alle Katzen obligatorischen Impfungen gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen
müssen Sie sich Gedanken darüber machen, welchen Impfschutz Ihre Vierbeiner
wirklich benötigen. Nach Massgabe der Vereine sowie Veterinärämter
sind lediglich vorgenannte Impfungen und die gegen Tollwut Pflicht.
Billigangebote von "Schmuddelzüchtern" und Händlern in Tageszeitungen,
die das schnelle Geld machen wollen, den seriösen Züchtern, verstärkt
durch die Unwissenheit zahlreicher Interessenten, das Leben schwer
machen. Kaum ein Züchter verkauft, und ist er auch noch so bekannt
und erfolgreich, heute noch pro Inserat generell ein oder mehrere
Jungtiere. Ausserdem ist es nicht sein Bestreben, seine optimale aufgezogenen,
liebevoll auf den Menschen geprägten Katzenkinder dem erst Besten
in die Hände zu drücken. Er ist bestrebt, die Käufer auf Herz und
Nieren zu prüfen, was neben der Aufzucht enorm viel Zeit verlangt.
Auf das Handeln bezüglich des Kaufpreises sollte sich ein Züchter
tunlichst nicht einlassen. Schliesslich handelt es sich bei Katzen
um Mitlebewesen und nicht um Flohmarktware. Wie sich der Kaufpreis
zusammensetzt und, dass wir uns als seriöse Züchter keine goldenen
Nase verdienen, kann man seinen Anrufern dennoch erklären. Manch ein
Käufer wird so zur Einsicht bewegt und davor bewahrt von einem Schmuddelzüchter
über den Tisch gezogen zu werden. Welche Folgekosten, Ängste und Sorgen
oftmals auf Katzenfreunde, die bei "Vermehrern" billig eine Rassekatze
erstanden haben, zukommen, ist ihnen meist nicht bewusst. Scheuen
Sie sich als ordentlicher Züchter nicht davor Anrufern, die meinen:
„Da gibt es aber eine Anzeige, da sind die viel billiger. Warum sind
ihre denn so teuer?“ entsprechend aufzuklären. Selbstverständlich
verlaufen zahlreiche Gespräche in dieser Art häufig ermüdend und sind
nicht immer von dem Erfolg gekrönt, die Meinung des anderen wie gewünscht
zu verändern. Gespräche über die Kostenintensität unseres Hobbys ist
aber letztendlich auch als Beitrag zum Tierschutz zu werten, insbesondere
auch dann, wenn der Züchter einen guten Draht zum Tierschutzbund unterhält
und so ganz nebenbei bei Jungtiersuchenden, die sich eine Rassekatze
definitiv nicht leisten können, diesbezüglich eine Haus- oder auch
ältere Rassekatze zu vermitteln. Letztendlich kann unseriösen Verkaufspraktiken
und dem damit verbundenen Elend schlecht aufgezogener und verhaltensgestörter
Rassekätzchen nur durch entsprechende Aufklärung langfristig ein Ende
bereitet werden. Dass zum Teil der Irrglaube in der Bevölkerung immer
noch besteht, dass Züchter mit dem Verkauf von Katzenkindern sich
eine goldenen Nase verdienen, liegt nicht zuletzt an der zum Glück
geringen Menge unseriöser Züchter (die nicht alle nur ausserhalb der
Vereine züchten), denen gutgläubige Katzenfreunde auf den Leim gehen.
Katzenfreunde, die sich auf den Weg machen ein Jungtier zu kaufen,
sollten sich daher verdeutlichen, dass nur der wohl durchdachte Kauf
mit Verstand und Vernunft sowie das Ausschließen von falsch verstandenem
Mitleid sie vor Fehlkäufen schützt. Die Leidtragenden sind immer letztendlich
die armen Katzen, die nicht entsprechend sozialisiert und krank ins
Tierheim abgeschoben oder eingeschläfert werden müssen und auch die
wirklich seriösen Züchter, die mangels echter Anerkennung ihrer Liebe
zur Katze und ihren intensiven Bestrebungen zur Zuchtverbesserung
irgendwann frustriert das Handtuch werfen.Vielleicht sollten wir und
gar nicht so sehr davor scheuen, über konkrete Zahlen zu sprechen
und insbesondere Kaufinteressenten durch unterhaltsame Erzählungen
und Anekdoten vermitteln, wie viel Herzblut in einer guten Zucht steckt.
Und denken Sie daran, wir brauchen uns nicht dafür zu entschuldigen,
dass wir unsere Katzenbabys nicht für „einen Apfel und ein Ei“ abgeben.
Der Kaufpreis garantiert wenigstens bis zu einem gewissen Mass eine
wohl überlegte Kaufentscheidung des Interessenten. Mit freundlicher Genehmigung von Annegret Otten.
|